Zuwachs an Imkern und gutes Honigjahr

FranzZeitungsbericht der PNP v. 08.04.26

„Wir können stolz auf unseren Imkerkreisverband sein“, sagte Kreisvorsitzender Franz Rothkopf (Kirchberg) bei der Kreisversammlung im „Haus der Bienen“ in Kirchberg, nachdem er eine erfolgreiche Bilanz für das Jahr 2025 vorgelegt hatte. Besonders herausgestellt wurde der Zuwachs von 20 neuen Mitgliedern und dass die Bienenvölker im Landkreis Regen wieder faulbrutfrei sind. Auch mit der Honigernte war man durchaus zufrieden.

Zur Kreisversammlung hatten bis auf Ruhmannsfelden alle weiteren acht Ortsvereine im Kreisverband ihre Vertreter entsandt. Kreisvorsitzender Franz Rothkopf freute sich, auch wieder eine Reihe von Ehrengästen begrüßen zu können, an der Spitze Landrat Ronny Raith und den Kirchberger Bürgermeister Robert Muhr, Amtsleiter Dr. Stefan Wechsler vom Staatlichen Veterinäramt Regen, Fachberater Josef Köck vom AELF Regen, den neuen Bezirksvorsitzenden Rochus Gold (Plattling) sowie den Ehrenkreisvorsitzenden Siegfried Höferer (Regen).

Mit ihrem Protokoll von der letztjährigen Kreisversammlung rief Schriftführerin Sandra Haller (Teisnach) in Erinnerung, was vor einem Jahr die Bienenzüchter bewegte. Damals waren die in Bodenmais aufgetretene Faulbrut und die zunehmende Verbreitung der asiatischen Hornisse Vespa Velutina beherrschende Themen.

Anschließend konnte Kassier Christian Stangl (Regen) von einem erfreulichen Finanzstand berichten. Bedauert wurde, dass der bisher vom Landkreis gewährte Zuschuss für die Varroa-Bekämpfung gestrichen wurde. Von den Kassenprüfern Hans Kroner und Reinhold Brunner (beide Langdorf) wurde eine einwandfreie Buchführung bescheinigt, dem Kassier und der gesamten Vorstandschaft wurde einstimmig Entlastung erteilt.

461 Imker mit fast 2500 Völkern

Zu Beginn seines Jahresberichts sagte Kreisvorsitzender Franz Rothkopf ein großes Dankeschön an die Vorstandschaft, die Ortsvorsitzenden und die vielen Helfer im Hintergrund und lobte den Zusammenhalt im Kreisverband. Besonders erfreulich sei der Zugewinn von zwanzig neuen Bienenzüchtern, darunter auch junge Leute und Frauen – „das ist praktisch gegen den allgemeinen Trend“, merkte Rothkopf an. So sind jetzt in den neun Ortsvereinen im Kreisverband insgesamt 431 Imker gemeldet, die 2492 Völker unterhalten.

Der Dank des Kreisvorsitzenden galt in diesem Zusammenhang auch den drei Bienensachverständigen (Andreas Bielmeier in Regen, Rene Hansl in Zwiesel und Hermann Nachrainer in Viechtach). Mit Kirchberg, Viechtach und Ludwigsthal gibt es jetzt wieder drei Lehrbienenstände im Landkreis.

Verständnis zeigte der Kreisvorsitzende dafür, dass der Landkreis wegen der prekären Finanzlage die freiwilligen Leistungen (unter anderem Vereinszuschüsse) zurückfahren muss, lobte aber generell die Unterstützung der Bienenzüchter durch den Freistaat Bayern. „Insgesamt 1,6 Millionen Euro Förderung im Jahr 2025 zeigen, dass der Staat was übrig hat für die Imker“, betonte Rothkopf.

Mit guten Zahlen konnte der Imker-Chef auch von der Belegstelle Rachel Diensthütte (Landkreis Freyung-Grafenau) aufwarten, obwohl sie im vergangenen Jahr wegen Straßensperrungen schlecht erreichbar war. Dies hatte zwar zur Folge, dass 500 Königinnen weniger als im Jahr zuvor angeliefert wurden, aber mit einer Begattungsquote von 85 Prozent (52 Imker hatten 2412 Königinnen zur Belegstelle gebracht) sei man sehr zufrieden. Seit zehn Jahren habe sich die Carnica-Linie bewährt, es gebe aber auch Überlegungen, eine neue Linie einzuführen, sagte Rothkopf. Kein Pardon kennt er mit Imkern, die sich unbefugt in der Belegstelle aufhalten, „die müssen mit einer Anzeige rechnen“.

Den Reigen der Grußworte eröffnete Kirchbergs Bürgermeister Robert Muhr, der sich darüber freute, dass seine Gemeinde mit dem „Haus der Bienen“ zum Mittelpunkt der Bienenzüchter im Landkreis Regen geworden ist. Zugleich schätze man Honig als „wertvolles regionales Produkt“, das bei jedem passenden Anlass als Geschenk weitergegeben werde, zum Beispiel bei der Genusswanderung mit über 600 Teilnehmern.

Fachbearbeiter Josef Köck vom Amt für Ernährung und Forstwirtschaft in Regen machte die Veränderung in der Landwirtschaft deutlich. Habe es in den 1980er-Jahren noch Betriebe mit 25 Kühen und einer Milchleistung von 5000 Litern gegeben, so habe heute ein Vollerwerbsbetrieb 80 Kühe mit 8000 Litern Milch und mehr pro Tag. Dafür brauche man gutes Grundfutter, weshalb alle vier bis fünf Wochen gemäht wird, worunter gerade im Frühjahr auch die Bienen leiden würden.

„Nachdem wir mit Bienenseuchen Gott sei dank derzeit nichts zu tun haben“, konnte sich Veterinärdirektor Stefan Wechsler auf die Hygieneüberwachung durch die Lebensmittelkontrolleure konzentrieren. Imker mit mehr als 70 Völkern würden regelmäßig kontrolliert, bei Betrieben darunter gebe es innerhalb von drei Jahren „Zufallskontrollen“. Gerade beim Schleudern müsse auf größte Sauberkeit geachtet werden, denn Honig sei ein „hochwertiges Lebensmittel“.

Landrat Ronny Raith bat um Verständnis für die Streichung des Varroa-Zuschusses, aber der Landkreis Regen müsse angesichts der desolaten Finanzlage alle freiwilligen Leistungen in Höhe von drei Millionen Euro streichen. „Dazu gibt es keine Alternative, unser Haushalt wird heuer mit 35 Millionen Euro Schulden abschließen“. Ungeachtet dessen zollte der Landrat den Imkern großen Respekt für ihre Arbeit, denn „ohne Bienen wär’s mit der Landwirtschaft und der Natur schnell vorbei“. Er schloss mit einer Weisheit aus dem jüdischen Talmud: Das Wort gleicht der Biene – es hat Honig und Stachel.

Vorsitzender  BezirkZum Abschluss der Kreisversammlung stellte sich der neue Vorsitzende des Imkerverbandes Niederbayern vor: Rochus Gold (56), Inhaber einer Bio-Imkerei und Ortsvorsitzender in Plattling. Seine Hauptaufgabe sehe er darin, die Kontakte zur Basis zu stärken und die Anliegen der Imker an den Landesverband weiter zu geben. Von den Bienen, so Rochus Gold, könne man viel lernen, denn „drei Millionen Jahre Mensch stehen 100 Millionen Jahre Bienen gegenüber“.

Mit zwei Terminhinweisen schloss Kreisvorsitzender Franz Rothkopf die Versammlung: Im Mai findet die mehrtägige Bildungsfahrt nach Slowenien statt und bereits jetzt wird zum niederbayerischen Imkertag 2027 am 10./11. Mai in Oberalteich eingeladen.

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  • 1. Vorstand

    1. Vorstand

    Josef Oswald

  • 2. Vorstand

    2. Vorstand

    Walter Weiß

  • Kassier

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    Andreas Bielmeier

  • Schriftführer

    Schriftführer

     Markus Wartner

    Adresse

    Imkerverein Regen eV.
    Heilig-Geist18
    94209 Regen
    info@imkerverein-regen.de

     
     

     

     

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